Taxi Driver
Filmvorführung
Robert De Niro in seiner legendären Rolle als Vietnamveteran und Taxifahrer Travis Bickle.
In traumartigen Bildern gefilmt, gleitet das bekannte gelbe New Yorker Taxi durch regennasse Straßen und Dampfschwaden, begleitet von Bernard Herrmanns film-noir-artiger Musik. Blinkende Neonlichter spiegeln sich im glänzenden Lack des Taxis und in den Augen des Fahrers Travis Bickle, gespielt von einem herausragenden Robert De Niro. Er ist Vietnamveteran, ohne jede Gemeinschaft, ein schlafloser Fahrer, der die Kriminellen, Prostituierten und Drogenabhängigen der Nacht beobachtet – eine Gesellschaft voller Schmutz und Erniedrigung.
Als Taxi Driver erschien, stempelten viele den Film als Verherrlichung von Gewalt ab. Travis’ persönlicher Kreuzzug ist zweifellos mit einer gewissen Faszination dargestellt. Der Film wurde auch als Verteidigung einer brutalen Selbstjustiz-Philosophie aufgefasst. Umgekehrt wurde Travis als Jesusfigur beschrieben, die dabei ist, die Tempel der 70er-Jahre zu reinigen. Nüchterner betrachtet lässt sich Taxi Driver als Film noir der 70er-Jahre charakterisieren, mit gleich großen Anteilen an Realismus und Existenzialismus.
Drehbuchautor Paul Schrader hat einen großen Anteil daran, dass der Film eine Fülle von Assoziationen auslöst, ohne sich auf einen einzigen Gedanken festlegen zu lassen. Taxi Driver zeichnet sich nicht zuletzt als Schauspielerfilm aus. Hier gelang Robert De Niro der endgültige Durchbruch, und hier hatte Jodie Foster ihre erste Filmrolle. Mit Taxi Driver gelang auch Martin Scorsese der große internationale Durchbruch; unter anderem gewann er dafür in Cannes die Goldene Palme für den besten Film.
„Ein brillanter Albtraum, und wie alle Albträume erzählt er uns nicht einmal die Hälfte von dem, was wir wissen wollen.“
Roger Ebert, The Chicago Sun-Times
„Taxi Driver war nicht einfach nur ein Hit, sondern wie Psycho oder Bonnie and Clyde ein Ereignis der amerikanischen Popkultur (…) Brillant und zugleich abstoßend, bisweilen sogar verabscheuungswürdig, löste Taxi Driver verständliche Ambivalenz aus.“
J. Hoberman, The Village Voice