Club Kid
Filmvorführung: Club Kid
Eine herzerwärmende Charmeoffensive über einen queeren Partylöwen, der plötzlich erfährt, dass er einen zehnjährigen Sohn hat.
Es ist immer eine Freude, wenn neue Talente die Filmwelt betreten – besonders, wenn einer Debütregisseurin oder einem Debütregisseur gleich beim ersten Versuch ein Volltreffer gelingt. Mit Club Kid ist Jordan Firstman gelungen, was Charlotte Wells mit AFTERSUN geschafft hat: ein überraschendes und bewegendes Debüt, über das noch jahrelang gesprochen werden wird. Firstman spielt selbst die Hauptrolle des Peter, eines schwulen Club-Promoters, der schon bessere Zeiten erlebt hat. Seine Partygewohnheiten aus den Zwanzigern hat er auch mit fast vierzig noch nicht abgelegt, und sein Konsum von Partydrogen hat längst selbstzerstörerische Ausmaße angenommen. Als plötzlich sein zehnjähriger Sohn, von dessen Existenz er nichts wusste, vor der Tür steht, muss Peter lernen, was es bedeutet, für jemand anderen als sich selbst zu leben.
Club Kid ist eine lebensbejahende Charmeoffensive, die zeigt, dass Fürsorge und Rücksichtnahme alle Wunden heilen können. Darüber hinaus ist der Film eine frische Buddy-Komödie, die einen Nerv bei den Millennials trifft. Schwierigere sozioökonomische Bedingungen als bei früheren Generationen können es dieser Altersgruppe erschweren, im Erwachsenenleben anzukommen. Viele bleiben in einer Art Peter-Pan-Dasein stecken – der Name der Hauptfigur ist nicht zufällig gewählt. Regisseur Firstman geht es jedoch weniger darum, die Hauptfigur und ihre Schicksalsgenossen zu verurteilen, als darum zu zeigen, wie die Fürsorge für andere auch dazu führen kann, dass man lernt, für sich selbst zu sorgen.
Text übernommen vom Bergen internasjonale filmfestival (https://www.biff.no/f/club-kid/5931)