Visitation
Ein Generationendrama über Erinnerung, Verlust und Zugehörigkeit
Eine Villa in Brandenburg wird zum Spiegel der deutschen Geschichte: Volker Schlöndorffs Visitation (Originaltitel: Heimsuchung), basierend auf Jenny Erpenbecks Roman, erzählt über mehrere Generationen hinweg von Erinnerung, Verlust und Zugehörigkeit. Das groß angelegte Ensemble-Drama feierte seine Weltpremiere in Cannes und eröffnet die Deutschen Filmtage 2026.
Ein Haus an einem See in der Nähe von Berlin ist stiller Zeuge eines historisch bewegten Jahrhunderts in Deutschland: des Aufstiegs des Nationalsozialismus, der Zerstörungen des Krieges, von mehr als 40 Jahren DDR, der Wiedervereinigung und des Beginns einer neuen Ära. Jedes Regime und seine Bevölkerung hinterlassen Spuren: eine jüdische Familie, ein opportunistischer Architekt und seine Frau, ein idealistisches Schriftstellerpaar und dessen Enkelkinder. Die persönlichen Geschichten sind eng mit Fragen nach Zugehörigkeit, Verlust und Neuanfängen verbunden. Nicht nur das Land ist in ständigem Wandel, sondern auch das Verständnis davon, was Heimat ist.
Volker Schlöndorff (geboren 1939 in Wiesbaden) prägt den deutschen Film seit den 1960er-Jahren und war eine der zentralen Figuren des „Neuen Deutschen Films“. Viele seiner Filme basieren auf literarischen Werken, etwa Die Blechtrommel, die 1980 einen Oscar als bester fremdsprachiger Film gewann. Visitation basiert auf Jenny Erpenbecks 2007 erschienenem Roman Heimsuchung, der 2020 auf Norwegisch unter dem Titel Hjemsøkelse veröffentlicht wurde. Erpenbeck zählt zu den bedeutendsten Autorinnen unserer Zeit. Mit seinen zahlreichen miteinander verwobenen Geschichten und Figuren wird der Film von einem starken Ensemble getragen. Besonders hervorzuheben sind die Hauptdarsteller Lars Eidinger (Sterben (2024), The Last Execution (TFD 2022), You Believe in Angels, Mr. Drowak (TFD 2026)), Martina Gedeck (Das Leben der Anderen (2006), Allegro Pastell (2026)) und Susanne Wolff (Sisi & I (TFD 2023), Köln 75, Donkey Days (TFD 2026)).