Harold and Maude
Harold and Maude – eine anarchistische Liebesgeschichte
Ein wunderbarer Kultklassiker über die unwahrscheinliche Beziehung zwischen dem morbiden Teenager Harold und der alten Anarchistin Maude.
Hal Ashbys Harold and Maude ist eine wunderschöne Liebesgeschichte, vielleicht sogar eine der süßesten der Filmgeschichte. Zugleich ist der Film ein exzentrischer Kultklassiker: eine schwarze Komödie, die im besten Hippie-Geist das Bürgertum verspottet, freies Denken feiert und voller herrlich absurder Paradoxe steckt. Bei seinem Erscheinen wurde der Film unglaublich populär; die begeistertsten Fans sahen ihn während seiner Kinoauswertung in den USA Dutzende, wenn nicht gar Hunderte Male. Ruth Gordon, die Maude spielt, erzählte, dass ein gewisser Doug Strand aus St. Paul, vielleicht einer der größten Bewunderer des Films, ihn jedenfalls 201-mal gesehen habe!
Harold ist ein reicher, aber frustrierter Teenager, der ein starkes Interesse am Tod entwickelt hat, um sein Leben interessanter zu gestalten. Das bringt ihn nicht nur dazu, auf die kreativsten Arten seinen eigenen Tod vorzutäuschen, sondern auch verschiedene Beerdigungen zu besuchen. Bei einem solchen Besuch begegnet er der fast 80-jährigen Lebenskünstlerin und freiheitsliebenden Maude, und die beiden verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Doch nicht nur stellen sie fest, dass sie wie füreinander geschaffen sind – Maude zeigt Harold auch, dass das Leben nicht trist sein muss. Er muss sich nur trauen, loszulassen und sich auf das Positive und wirklich Wertvolle zu konzentrieren.
Harold and Maude ist ein Film, der etwas erzählen will – ein Film mit einer Botschaft. Doch ganz im Sinne von Maudes anarchistischer Philosophie kannst du mit dieser Botschaft machen, was du willst. Wie Film Quarterly erklärt: „Dass Maude hohe Ideale vermitteln kann und dabei trotzdem ihrer Figur treu bleibt, ist ein Triumph der Filmschaffenden. Sie haben eine Figur geschaffen, die zugleich eine sympathische menschliche Gestalt und ein Sprachrohr für präzise Kulturkritik ist. Maudes gesellschaftlicher und persönlicher Radikalismus ist so sehr Teil ihrer Persönlichkeit, dass er keinerlei Unbehagen hervorruft – anders als es häufig geschieht, wenn eine Filmfigur über ‚das Leben‘ philosophiert.“ Oder, wie der Drehbuchautor des Films, Colin Higgins, es ausdrückt: „Wir sind alle Harold, und wir alle möchten Maude sein.“