Babystar
Babystar – Filmvorführung
Wie ist es, aufzuwachsen, wenn das eigene Leben von Geburt an in sozialen Medien zur Schau gestellt wird? Babystar ist das ebenso kluge wie scharfzüngige Porträt einer Teenagerin, die beginnt, das perfekte Leben ihrer Influencer-Familie zu hinterfragen. Das visuell beeindruckende Spielfilmdebüt ist eine scharfsinnige Satire auf Selbstinszenierung, digitale und familiäre Abhängigkeit und die Frage, wem unser Leben eigentlich gehört.
Seit dem ersten Ultraschallbild, auf dem sie noch ungeboren zu sehen war, ist die 16-jährige Luca ein Internetstar – mit einem scheinbar idyllischen Luxusleben und einer perfekten Familie. Ihre Eltern Stella und Chris betreiben einen lukrativen Familienkanal und produzieren Lifestyle-Inhalte für mehrere Millionen Follower. Für Luca gehören Erwartungsdruck, Selbstoptimierung und Vermarktung so selbstverständlich zum Leben, dass sie die Grenze zwischen „online“ und „offline“ praktisch nicht mehr wahrnimmt. Erst als sie erfährt, dass ihre Eltern ein weiteres Kind bekommen möchten, bekommt die perfekt inszenierte Familienfassade Risse. Zum ersten Mal hinterfragt Luca ihr eigenes Leben und beginnt, die wirtschaftlichen und emotionalen Abhängigkeiten in der Familie zu sabotieren.
Der Filmemacher Joscha Bongard (geboren 1994 in Wolfsburg) kennt die Hintergründe der YouTube- und Werbebranche aus eigener Erfahrung. In seinem Dokumentarfilmdebüt Pornfluencer setzte er sich ebenfalls mit Themen wie Selbstpräsentation und Selbstausbeutung im digitalen Zeitalter auseinander. Babystar ist seine Abschlussarbeit. Der Film feierte 2025 auf dem Toronto International Film Festival, einem der wichtigsten Filmfestivals der Welt, seine Weltpremiere.